Emissionsfrei auf der Spree: Berlins einzige vollelektrische Bootsflotte
Emissionsfrei auf der Spree: Berlins einzige vollelektrische Bootsflotte
Die Spree fließt still durch das Herz Berlins. Kajakfahrer, Ruderer, Schwäne. Das Regierungsviertel, die Museumsinsel, der Dom — alle entlang eines Flusses, der seit Jahrhunderten zum Berliner Stadtleben gehört.
Es gibt genau eine Art, sich durch diese Landschaft so zu bewegen, wie sie es verdient: geräuschlos.
FLAGSHIP.BERLIN ist der einzige Schiffsbetrieb in Berlin mit einer vollständig elektrischen Flotte. Jedes Schiff — die Fitzgerald, die Hemingway, die Havanna — fährt ohne Diesel, ohne Verbrennung, ohne direkte Emissionen. Das ist keine nachträgliche Marketingentscheidung. Es ist das Ergebnis einer langfristigen Überzeugung, die lange bevor Elektroantriebe in der Tourismusbranche zum Thema wurden, bereits umgesetzt war.
Warum es wichtig ist
Die Binnenschifffahrt ist eine erhebliche Quelle städtischer Luftverschmutzung — eine, die weit weniger Aufmerksamkeit bekommt als der Straßenverkehr. Laut Umweltbundesamt erzeugt Berlins Fahrgastschifffahrt in etwa so viel Feinstaub wie 120.000 Pkw. Rund 30 Prozent der Emissionen im Bereich von Stadtgewässern stammen aus der Schifffahrt.
Die Spree ist ein öffentlicher Raum. Sie ist Lebensraum für Fische, Wasservögel und Ufervegetation. Sie wird täglich von Kajakfahrern, Stand-up-Paddlern, Schwimmern und Anwohnern genutzt. Dieselabgase setzen sich auf der Wasseroberfläche ab, bringen Kohlenwasserstoffe in das Ökosystem und belasten die Luftqualität der umliegenden Stadtteile.
Die Antwort darauf ist eindeutig: Elektroantrieb.
Die Fitzgerald: Berlins erstes elektrisches Fahrgastschiff
Ende 2021 wurde die Fitzgerald zum ersten Fahrgastschiff auf Berlins Gewässern, das vollständig auf Elektroantrieb umgerüstet wurde. Die Umrüstung umfasste einen 55-kW-Elektromotor und ein 200-kWh-Akkupaket — für ein Schiff dieser Größe beachtliche Werte, ausreichend für einen vollen Tag Betrieb mit einer einzigen Ladung.
Das technische Ergebnis ist im besten Sinne unspektakulär: Die Fitzgerald fährt einfach — geräuschlos, ohne direkte Emissionen auf dem Wasser. Über Nacht lädt sie am Anleger.
Das Erlebnisergebnis ist alles andere als unspektakulär. Auf einem Dieselschiff erzeugt der Motor eine ständige niederfrequente Vibration durch den Rumpf, ein Hintergrundrauschen, das unter allem liegt — Gesprächen, Musik, dem Audioguide. Gäste hören irgendwann auf, es zu bemerken. Auf der Fitzgerald gibt es das nicht. Die einzigen Geräusche sind das Wasser am Bug, der Audioguide und auf dem Rückweg die Loungemusik. Mitten in einer der größten Hauptstädte Europas entsteht etwas, das Stille fast nahekommt.
Die Hemingway: 110 Jahre alt, emissionsfrei seit 2025
Die Hemingway ist ein um 1914 gebautes Salonschiff — über 110 Jahre alt. Sie kam Ende 2023 in die Flotte von FLAGSHIP.BERLIN. Im Winter 2024/25 wurde sie vollständig auf Elektroantrieb umgestellt.
Die Umrüstung erforderte dasselbe Bekenntnis wie bei der Fitzgerald: vollständiger Austausch des Antriebssystems, neue Akkuinfrastruktur, neue Ladeanlage am Anleger. Es war nicht der einfache Weg. Es war der richtige.
Die Hemingway befördert heute bis zu 70 Gäste in nahezu vollständiger Stille — vorbei am Reichstag, an der Museumsinsel und am Berliner Dom, auf einem Schiff, das seit über einem Jahrhundert zur Geschichte Berlins auf dem Wasser gehört. Es ist gleichzeitig eines der ältesten Schiffe auf der Spree und eines der technologisch fortschrittlichsten.
Die gesamte Flotte
Mit der Umrüstung der Hemingway betreibt FLAGSHIP.BERLIN die einzige 100 % elektrische Flotte unter Berlins Fahrgastschiffbetreibern:
| Schiff | Typ | Antrieb | |--------|-----|---------| | Fitzgerald | Motoryacht, 1920er-Stil | Vollelektrisch (55 kW / 200 kWh) | | Hemingway | Historisches Salonschiff, ~1914 | Vollelektrisch (seit 2025) | | Havanna | Admiralsbarkasse, ~1914 | Elektrisch | | Lander | Modernes Fahrgastboot | Charter | | Express | Schnellboot | Charter |
Was das für Gäste bedeutet
Das ökologische Argument für Elektroantrieb ist klar. Aber das Erlebnis für die Gäste ist ebenso davon betroffen — und durchweg positiv.
Stille. Der unmittelbarste Unterschied. Ohne laufenden Motor unter den Füßen wird die Tour wirklich ruhig. Man versteht den Audioguide ohne Anstrengung. Man kann sich normal unterhalten. Auf dem Rückweg, wenn der Guide Musik weicht, hört man die Musik richtig — nicht im Wettbewerb mit Motorenlärm.
Keine Abgase. Dieselabgase auf dem Wasser sind unangenehm. Auf der Spree im Hochsommer, eingekesselt zwischen Brücken und Gebäuden, stauen sie sich. Auf einem Elektroschiff bleibt die Luft während der gesamten Tour sauber.
Keine Vibrationen. Elektromotoren erzeugen keine niederfrequenten Vibrationen, die Dieselmotoren durch den Rumpf übertragen. Die Fahrt ist ruhiger und angenehmer.
Ein anderes Erlebnis. Ein Gast von Coca-Cola brachte es auf den Punkt: Die Fitzgerald „gleitet elektrisch, unglaublich gelassen dahin." Genau das ist es.
Eine Haltung, keine Kampagne
Nachhaltigkeit wird manchmal als Kommunikationsaufgabe behandelt — eine Sammlung von Aussagen über Umweltverantwortung, die vor allem in Marketingmaterialien existieren. Bei FLAGSHIP.BERLIN ging die elektrische Flotte jedem externen Druck, sie einzuführen, voraus. Die Umrüstung der Fitzgerald geschah 2021, als elektrische Fahrgastschiffe in Berlin praktisch unbekannt waren.
Die Haltung dahinter ist einfach: Die Spree ist ein gemeinsamer Raum. Schiffe, die dort Diesel verbrennen, belasten jeden anderen, der diesen Raum nutzt — Kajakfahrer, Anwohner, das Ökosystem selbst. Der einzig verantwortbare Ansatz für ein Unternehmen, das vom Zustand dieses Gewässers abhängt, ist, dort nichts zu verbrennen.
Dass dies gleichzeitig das bestmögliche Gästeerlebnis ergibt — leise, ruhig, sauber — ist kein Zufall. Dieselben Eigenschaften, die Elektroantrieb gut für die Umwelt machen, machen ihn besser für alle an Bord.
Elektrische Bootsfahrt in Berlin buchen
Beide Sightseeing-Schiffe von FLAGSHIP.BERLIN — die Fitzgerald und die Hemingway — fahren täglich von Ende März bis Anfang Oktober, ab dem Anleger Paul-Löbe-Haus neben dem Reichstag.
Tickets ab 25 € (Hemingway) und 35 € (Fitzgerald).