Unsere Geschichte
Berlins einzige 100% elektrische Reederei
Wie ein ehemaliger Unternehmensberater gegen ein Jahrzehnte-Monopol antrat — und am Ende die gesamte Berliner Schifffahrt veränderte.

Luis Lindner an Deck der Fitzgerald — im Hintergrund das Reichstagsgebäude.
„Hier geht's nur darum, Wettbewerber mit grünem Antrieb aus dem Markt zu halten."
Luis Lindner — Klimareporter°, Oktober 2018
Luis Lindner war Unternehmensberater. Analytisch, erfolgreich, Berliner durch und durch. Dann entschied er sich für etwas, das ihm wichtiger schien als jedes Beratermandat: Er wollte Berlins Schifffahrt auf Elektroantrieb umstellen.
Was er antraf, war eine Branche, die sich seit Jahrzehnten nicht bewegt hatte. Zwei große Reedereien kontrollierten alle innerstädtischen Anlegestellen der Spree — durch Dauerpachtverträge, die sich automatisch verlängerten, ohne je ausgeschrieben zu werden. Kein Platz für Newcomer. Kein Platz für Elektroschiffe.
„Die Anlegestellen sind öffentliches Gut. Dass private Unternehmen sie an ihre Kinder und Kindeskinder weitergeben können, ist nicht legal."
Lindner ließ sich nicht einschüchtern. Gemeinsam mit dem NABU maß er die Abgaswerte auf der Spree. Das Ergebnis war eindeutig: Stickstoffoxid fünffach über dem EU-Grenzwert, Feinstaub zehnfach erhöht — wenn ein Dieselschiff unter der Friedrichstraßenbrücke hindurchfuhr. Die Berliner Fahrgastschifffahrt emittierte täglich so viel Ruß wie 120.000 PKW. Mitten in einer Stadt mit Umweltzone.
„Ein vom Staat an private Unternehmen vergebenes, knappes Wirtschaftsgut muss regelmäßig ausgeschrieben werden."
Er gründete den Verband für Elektroschifffahrt und Ladeinfrastruktur e.V., schrieb Journalisten an, lud Parlamentarier auf sein Schiff, klagte gegen das Schifffahrtsamt. Tagesspiegel, Der Spiegel, brand eins, B.Z. Berlin — sie alle berichteten. 2021 eröffnete die Berliner Landeskartellbehörde ein formelles Ermittlungsverfahren gegen das Monopol.
„Verträge müssten eigentlich im Rhythmus von fünf Jahren ausgeschrieben werden, damit auch Neulinge die Chance auf einen Marktzugang bekommen."
Und dann baute Luis Lindner einfach das, was er sich vorgestellt hatte. Ende 2021 wurde die M/Y Fitzgerald als erstes Fahrgastschiff auf Berliner Gewässern auf Vollelektroantrieb umgerüstet. Es folgten Hemingway, Havanna und Express. Heute ist FLAGSHIP.BERLIN die einzige Reederei in Berlin mit einer 100% elektrischen Flotte. Kein anderer Anbieter kann das von sich behaupten.
Die Reise
Luis Lindner gründet schoeneschiffe.berlin und bietet Charterfahrten mit der Fitzgerald an — noch mit Dieselmotor.
NABU-Messungen auf der Spree: Feinstaubwerte zehnfach erhöht. Gründung des Verbands für Elektroschifffahrt und Ladeinfrastruktur e.V.
brand eins berichtet über das Monopol der Reedereien. Der Kampf für fairen Wettbewerb auf der Spree wird öffentlich.
Die Berliner Landeskartellbehörde eröffnet ein Ermittlungsverfahren. Ende 2021: Die Fitzgerald wird als erstes Fahrgastschiff Berlins auf Vollelektroantrieb umgerüstet.
Große Medien berichten. Parlamentarischer Abend auf der Fitzgerald mit allen Berliner Abgeordneten.
Die gesamte Flotte — Fitzgerald, Hemingway, Havanna, Express — fährt emissionsfrei. Einmalig in Berlin.
5
Elektrische Schiffe
100%
Emissionsfrei
#1
Einzige E-Reederei Berlins
2018
Verband gegründet
Berichtet in
Alle Artikel
- Juli 2022TagesspiegelEine Spreefahrt ist nicht immer lustig
- Ca. 2022Der SpiegelVerhinderte Verkehrswende auf dem Wasser
- Juni 2022Float MagazinDicke Luft über der Spree
- März 2021B.Z. BerlinAmt ermittelt im Streit um Elektro-Fahrgastschiffe
- Februar 2019brand einsAuf Kollisionskurs: Elektroschifffahrt in Berlin
- Oktober 2018Klimareporter°Rußpartikel von der Spree
- Juni 2018Binnenschifffahrt OnlineVerein kämpft gegen Luftverschmutzung durch Binnenschifffahrt